Über uns

Die Gründung im Dezember 1991 wurde durch den im April 1996 verstorbenen Betreiber des Snooker’s Billard und Dartcenter initiiert. Nachdem sich einige wenige Hobbyspieler einigten, war Werner Görlitz (o.g. Centerbetreiber) begeistert, bot dem neugegründeten Verein Rabatte und arbeitete aktiv in der Aufbauphase mit.

Zunächst wurde im eigenen Kreis gespielt, um schon bald eine hausinterne Liga ins Leben zu rufen. Diese war gleichzeitig auch Ausgangspunkt für neue Mitglieder. Um der damaligen Entwicklung Rechnung zu tragen, wurden neue Tische aufgestellt. Die Trainingszeit umfaßte einen Tag in der Woche. Außerhalb der eigenen vier Wände wurde der Club noch nicht aktiv. Es wurden kleinere Turniere und die erste Vereinsmeisterschaft organisiert. Dieses sollte sich bald ändern…

Schon im Januar 1993 wurden einige Vereinsmitglieder stetige Teilnehmer bei vereinsexternen Turnieren in der näheren Umgebung. Dort wurden weitere Informationen und Kontakte gesammelt. Bei einer dieser Gelegenheiten wurde man auf den offiziellen Verband des deutschen Snookersports aufmerksam. Dieser Verband, der Deutsche Snooker Kontroll Verband, ist Organisator der größten Snookerturnierserie in Deutschland. Kurzerhand wurde der Verein Mitglied im DSKV und noch im gleichen Jahr spielten die Mitglieder des Vereins in der offiziellen deutschen Rangliste G.O.S.R. (German Open Snooker Ranking) mit.

Bald stellten sich die ersten Erfolge der Vereinsmitglieder ein. Man entschloß sich, selbst Ausrichter dieser Veranstaltung zu werden. Als Test wurden die Essen Open organisiert. Der Erfolg war riesig. Über 80 Teilnehmer, darunter Spitzenspieler aus ganz Deutschland und Belgien, waren zu diesem Turnier angereist. Die notwendigen Rahmenbedingungen für die Zukunft mußten geschaffen werden. Diese waren, als wichtigster Punkt, die Einweihung der Snookerhalle mit 5 neuen Tischen, die Mitgliederselbstorganisation mit gewähltem Vorstand und die Kontaktpflege zu anderen Vereinen und Verbänden.

Parallel zur o.g. Entwicklung mit dem DSKV organisierte die Fa. Löwen (eine Unternehmung der Unterhaltungsautomatenbranche) bundesweite Ranglistenturniere. Die Ergebnisse wurden dann zentral erfaßt, um am Ende des Jahres die besten 64 Spieler zu einem Turnier einzuladen. Die Mitglieder des 1. SC Essen waren stets sehr erfolgreiche Teilnehmer dieser Finalturniere. So konnte sich 1992 Miro Popovic bis ins Finale durchsetzen. Dieses wurde bei Eurosport ausgestrahlt. Ein Jahr später wurde dann Dieter Johns 2. Sieger bei diesem Turnier. Im dritten Anlauf klappte endlich alles. Dieter Johns gewann das Turnier und qualifizierte sich dadurch für höhere Aufgaben. Er nahm teil bei der von Eurosport ausgestrahlten “Löwen Sport European Snooker Pro/AM 1995″. Dort konnte er mit seinem Doppelpartner Willie Thorne den zweiten Platz erspielen. Außerdem war er Teilnehmer beim German Open 1995 (Profiturnier des Weltverbands WPBSA). Diese Erfolge beschleunigten die Entwicklung des Vereins. Die Kontakte, die bei diesen Turnieren geknüpft wurden, erwiesen sich als hochinteressant und machten den 1. SC Essen zu einem der größten Snookervereine Deutschlands.

Der bisherige Fortschritt und die sportlichen Erfolge bestätigen die Arbeit der Mitglieder und Vorstände bis heute. Hier sollten zukünftige Neueinsteiger einhaken und diese Arbeit fortführen. 1999 ging der DSKV in der Deutschen Billard Union (DBU) auf. Seither ist die DBU als größter nationaler Billard-Sport-Verband samt ihren Unterverbänden Pool Billard Verband Rhein-Ruhr-Ems (PBV RRE) und Billard Verband Westfalen (BVW) verantwortlich für den Snookersport in Deutschland. Anfang 2000 erfolgte die Eintragung des 1. SC Essen in das Vereinsregister beim zuständigen Amtsgericht.

Obwohl einige namhafte Spieler den Verein mittlerweile verließen (Dieter Johns, Miro Popovic, Thomas Hein, Kurt Stock) konnte der 1. SC Essen weiterhin an seine großen Erfolge anknüpfen. Nach der Deutschen Mannschafts-Vizemeisterschaft 2000/2001 und einem 5. Platz in der Saison 2001/2002 zog sich der Club aus strukturellen Gründen erst einmal aus der 1. Bundesliga zurück. Der in der Oberliga des Billard-Verbands Westfalen zur Saison 2002/2003 gemeldeten und neu formierten 1. Mannschaft gelang es aber nicht nur, ihr Saisonziel – den sofortigen Aufstieg in die 2. Bundesliga – zu verwirklichen, sondern der Verein zog als Tabellenerster der 2. Bundesliga Nord zum Abschluß der Saison 2003/2004 sogar nur ein Jahr später auch wieder in die höchste deutsche Spielklasse ein.

In der Besetzung Andreas Cieslak, Uwe Pallasch, Cem Türkoglu und Kemal Ürün sicherte sich der Verein in der Saison 2004/2005 aus eigener Kraft den Klassenerhalt in der 1. Bundesliga und belegte in der Abschlußtabelle Rang 5. Zu Beginn der Saison 2005/2006 verpflichtete der 1. SC Essen mit Patrick Einsle eines der größten deutschen Snookertalente und konnte sich damit berechtigte Hoffnungen auf den Deutschen Mannschaftsmeister-Titel machen. Kapitän Andreas Cieslak, Patrick Einsle und Cem Türkoglu führten lange Zeit die Tabellenspitze der 1. Bundesliga an, wurde aber – nicht zuletzt dadurch, daß Patrick Einsle in der zweiten Saisonhälfte aufgrund anderweitiger Verpflichtungen nicht an allen Spieltagen teilnehmen konnte – kurz vor der Ziellinie abgefangen. In der Abschlußtabelle weist das Punktekonto des 1. SC Essen zwar die gleiche Punktzahl wie Titelverteidiger Kaufbeuren aus, Einsle & Co. landeten aufgrund des schlechteren Frameverhältnisses aber nur auf Rang 3.

Der 1. SC Essen ist aber nicht nur im Ligabetrieb, sondern seine Mitglieder sind auch in den Einzeldisziplinen äußerst erfolgreich und gewannen besonders in der jüngsten Vergangenheit zahlreiche Medaillen auf Landes- und Bundesebene. So wurde Del Taylor in den Jahren 2003 und 2004 Deutscher Meister der Senioren, Yvonne Kampmann holte 2004 den Deutschen Damen-Vizemeisterinnentitel nach Essen. 2005 gewann Roman Dietzel die Landes-Jugendmeisterschaften des Billard-Verbands Westfalen sowohl in der U19 als auch in der U21-Wertung und holte sich bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft die Bronzemedaille im U21-Wettbewerb. Yvonne Kampmann und Cem Türkoglu sicherten sich die Westfalentitel 2005 im Damen- bzw. Herren-Wettbewerb, Del Taylor den Vizewestfalenmeistertitel der Senioren. Andreas Cieslak wurde Vize-Westfalenmeister der Herren und kam bei seiner ersten DM-Teilnahme 2005 auf einen hervorragenden dritten Platz.

Im Jahr 2006 gelang es dem Verein sogar, ALLE Titel des Landesverbandes Westfalen nach Essen zu holen und so in jeder Disziplin Teilnehmer für die Deutsche Meisterschaft zu stellen. Roman Dietzel siegte in der U19- und der U21-Wertung, Yvonne Kampmann gewann den Damen-Wettbewerb, Andreas Broede wurde vor seinem Vereinskollegen Andreas Cieslak Westfalenmeister der Herren und Del Taylor meldete sich als Westfalenmeister der Senioren zurück.

Bleibt zu hoffen, daß es für die Essener Spieler bei der Deutschen Meisterschaft der Damen, Herren und Senioren, die Ende Oktober 2006 in Bad Wildungen stattfindet, ähnlich gut läuft wie bei der Ostern 2006 ausgetragenen Deutschen Jugendmeisterschaft. Dort sicherte sich der über eine Wild-Card ins Feld gerutschte Essener Patrick Einsle erst den Deutschen Meistertitel in der U19 und nur zwei Tage später, an seinem 19. Geburtstag, auch den Titel in der U21.